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Smittestopp gestoppt

Vor etwas über einem Monat schrieb ich einen Beitrag zu Smittestop. Dies ist die Corona-App aus Norwegen. Diese speicherte GPS- und Bluetooth-Daten auf einem Azure-Server. Generell machte die App keinen guten Eindruck aus Sicht der Privatsphäre. So endete mein Beitrag mit den Worten:

Man kann nur hoffen, dass die Datatilsynet einen Blick darauf wirft und korrigierende Maßnahmen trifft.

https://insecurity.radio.fm/die-norwegische-corona-app/

Und es gibt gute Nachrichten zu vermelden. Die norwegische Datenschutzaufsichtsbehörde hat obiges getan und eine Entscheidung getroffen. Laut einer Pressemitteilung muss die Verarbeitung personenbezogener Daten beendet werden und alle bisher erfassten Daten sind zu löschen.

Die App wurde insgesamt 1,6 Millionen mal heruntergeladen und etwa 600.000 Benutzer:innen teilen die Daten mit den norwegischen Behörden. Das entspricht etwa 10 % der norwegischen Bevölkerung.

Der Bescheid der Datatylsinet lässt den Behörden bis zum 23. Juni 2020 Zeit, um die Fehler zu beheben. Die Behörde kritisiert insbesondere den Einsatz von GPS. Sie sind der Ansicht, dass dies zu tief in die Privatsphäre eingreift und im Widerspruch zu den Empfehlung der WHO sowie des europäischen Datenschutzausschusses steht.

Camilla Stoltenberg, Leiterin des Folkehelseinstituttets, sieht das natürlich anders. Sie kritisiert die Entscheidung und sieht hier eine wichtige Rolle in der Infektionsprävention. Der Journalist Henrik Moltke fragte die Firma Simula, die die App entwickelt hat, wieviele Leute gewarnt wurden. Simula reagierte nur mit einem Link auf die Gesundheitsbehörde. Darin steht, dass bisher niemand gewarnt wurde.

Die Gesundheitsbehörde hat natürlich noch große Hoffnungen an die App und will die verbessern. Warten wir ab, was hier noch passiert.

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